Artem Zaitsev

Einheitsökonomie

5 Min.

Einführung und Kerndefinition

Unit Economics bezieht sich auf die direkten Einnahmen und Kosten, die mit einem bestimmten Geschäftsmodell verbunden sind und auf einer Pro-Einheit-Basis berechnet werden. Die „Einheit” variiert je nach Geschäft: Bei einem SaaS-Unternehmen kann es sich um einen Nutzer oder ein Abonnement handeln, bei einem E-Commerce-Unternehmen um eine einzelne Transaktion oder ein verkauftes Produkt. Durch das Verständnis der Gewinne oder Verluste, die jede einzelne Einheit generiert, können Unternehmen die grundlegende Rentabilität und Skalierbarkeit ihrer Aktivitäten unabhängig von Fix- oder Gemeinkosten bewerten.

Tiefer in das Konzept eintauchen

Im Grunde hilft die Unit Economics Gründern und Investoren dabei, eine einfache, aber wichtige Frage zu beantworten: Bringt der Verkauf einer zusätzlichen Einheit des Produkts oder der Dienstleistung einen Mehrwert für das Unternehmen? Um das zu analysieren, wird bei der Unit Economics-Analyse normalerweise Folgendes berücksichtigt:

  • Umsatz pro Einheit: Der durchschnittliche Umsatz, der pro verkaufter Einheit erzielt wird (z. B. durchschnittlicher Verkaufspreis oder monatliche Abonnementgebühr).
  • Variable Kosten pro Einheit: Die direkten Kosten, die mit der Herstellung oder Lieferung einer Einheit verbunden sind, wie z. B. die Kosten der verkauften Waren (COGS) für physische Produkte oder die Hosting-Kosten für digitale Produkte.

Die daraus resultierende Kennzahl, die als Deckungsbeitrag bezeichnet wird, wird wie folgt berechnet: Deckungsbeitrag = Umsatz pro Einheit – variable Kosten pro Einheit Eine positive Deckungsbeitragsspanne bedeutet, dass jede verkaufte Einheit dazu beiträgt, die Fixkosten zu decken und letztendlich Gewinne zu erzielen. Außerdem gibt's bei Abonnementgeschäften oder kundenorientierten Produkten erweiterte Analysen mit Kennzahlen wie:

  • Customer Lifetime Value (CLV oder LTV): Der voraussichtliche Gesamtumsatz, den ein Kunde während seiner Beziehung zum Unternehmen generiert.
  • Akquisitionskosten: Kosten, die entstehen, um einen neuen Kunden zu gewinnen (wird im Zusammenhang mit anderen Begriffen näher erläutert).

Bedeutung und Auswirkungen für Gründer

Die Wirtschaftlichkeit der Einheit ist grundlegend für:

  • Nachhaltigkeit bewerten: Ein Startup kann schnell wachsen, aber wenn jede verkaufte Einheit Geld verliert, ist das Wachstum auf lange Sicht nicht nachhaltig.
  • Preisgestaltung und Kostenkontrolle: Einblicke in die Rentabilität pro Einheit helfen bei Entscheidungen über Preisstrategien, Werbekampagnen und Maßnahmen zur Kostenreduzierung.
  • Investitionsentscheidungen: Investoren verlassen sich auf eine solide Stückkostenrechnung als Indikator für potenzielle Rentabilität und Markttauglichkeit; eine schlechte Stückkostenrechnung ist unabhängig vom Umsatzwachstum ein Warnsignal.
  • Skalierung: Die Rentabilität auf Einheitenebene ist eine Voraussetzung für die Skalierung. Negative Einheitenökonomie kann manchmal während einer Phase der Kundenakquise und des Markteintritts (Subventionierung der frühen Einführung) gerechtfertigt sein, aber langfristig ist eine positive Einheitenökonomie für ein tragfähiges Wachstum unerlässlich.

Praktische Anwendung & Beispiele

Nimm mal ein Direct-to-Consumer-Startup (DTC), das wiederverwendbare Wasserflaschen verkauft:\n- Durchschnittlicher Verkaufspreis pro Stück: 25 $\n- Direkte Kosten für Waren, Verpackung und Versand pro Stück: 12 $\n- Deckungsbeitrag pro Flasche: 13 $ Bei der Analyse der Kundendaten stellt das Unternehmen fest, dass der durchschnittliche Kunde zwei Flaschen pro Jahr kauft und zwei Jahre lang aktiv bleibt (insgesamt vier Flaschen). Der Lifetime Value pro Kunde (CLV) vor Marketing- oder Akquisitionskosten beträgt 52 $ (13 $ x 4 Flaschen). Wenn die Marketingkosten des Unternehmens für die Gewinnung eines Kunden 25 Dollar betragen, bringt jeder Kunde über seine gesamte Lebensdauer einen Nettogewinn von 27 Dollar, was auf eine positive Stückkostenrechnung hindeutet. Wenn dagegen die Werbekosten steigen und der durchschnittliche Bestellwert sinkt, kann der Deckungsbeitrag sinken, was zeigt, dass man die Marketingmaßnahmen überdenken, Lieferverträge neu verhandeln oder die Preise anpassen muss.

Wichtige Überlegungen und bewährte Vorgehensweisen

  1. Die richtige Einheit festlegen: Wähle die Einheit, die die wichtigste Einnahmequelle am besten widerspiegelt (Benutzer, Kunde, Transaktion usw.).
  2. Alle relevanten direkten Kosten einbeziehen: Variable Kosten sollten alle Ausgaben berücksichtigen, die direkt mit der Einheit zusammenhängen, um eine Unterschätzung der Kostenstruktur zu vermeiden.
  3. Realistischen CLV berücksichtigen: Nutze datengestützte Schätzungen für Kundenbindung oder Kaufhäufigkeit; eine Überschätzung des LTV verzerrt die Wirtschaftlichkeit.
  4. Beobachte Trends im Zeitverlauf: Verfolge Veränderungen in der Stückkostenrechnung, während du mit neuen Preisen, Funktionen oder Kundensegmenten experimentierst.
  5. Richte die Wirtschaftlichkeit der Einheiten auf die Wachstumsstrategie aus: Stell sicher, dass Marketingausgaben, Preisgestaltung und Produktentwicklung eine gesunde Wirtschaftlichkeit der Einheiten fördern, anstatt sie zu untergraben.

Fazit

Die Unit Economics ist ein wichtiger Maßstab, mit dem sowohl Gründer als auch Investoren die Rentabilität und das Wachstumspotenzial eines Unternehmens einschätzen können. Startups müssen regelmäßig ihre Gewinne auf Einheitenebene überprüfen, Kosten und Preise ständig anpassen und eine positive Unit Economics in eine umfassende Unternehmensnachhaltigkeit umsetzen.


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Häufig gestellte Fragen