Artem Zaitsev

Pivot

5 Min.

Einführung und Kerndefinition

Im Start-up- und Geschäftskontext bedeutet „Pivot” eine grundlegende Änderung des Geschäftsmodells, des Produktangebots, der Marktfokussierung oder der Strategie eines Unternehmens, basierend auf laufendem Feedback, Marktgegebenheiten oder Leistungsdaten. Das Ziel eines Pivots ist es normalerweise, Probleme bei der Traktion, dem Wachstum oder den Einnahmen anzugehen – oft als Reaktion auf eine Fehlausrichtung gegenüber den Marktbedürfnissen oder das Scheitern der ursprünglichen Hypothese. Das Konzept ist zentral für Lean-Startup-Methoden und gilt als wichtiges Werkzeug für Startups, um in dynamischen Märkten zu überleben und erfolgreich zu sein.

Tiefer in das Konzept eintauchen

Ein Pivot bedeutet nicht, von vorne anzufangen, sondern wichtige Aspekte eines Unternehmens clever anzupassen, um die Ergebnisse zu verbessern und dabei vorhandene Erkenntnisse, Technologien oder Ressourcen zu nutzen. Pivots können viele Formen annehmen, darunter:

  • Produktänderung: Das Kernprodukt anpassen oder neue Funktionen hinzufügen, basierend auf Kundenfeedback oder der Marktnachfrage.
  • Marktumschwung: Ausrichtung auf ein anderes Kundensegment oder eine andere Branche als ursprünglich geplant.
  • Channel Pivot: Ändere, wie ein Produkt vertrieben oder verkauft wird (z. B. Wechsel vom Direktverkauf zu einem Online-Abonnementmodell).
  • Technologiewechsel: Umstellung auf eine neue Technologieplattform oder Methodik, um eine bessere Leistung oder Skalierbarkeit zu erreichen.
  • Geschäftsmodelländerung: Ändere die Art und Weise, wie Einnahmen generiert werden, z. B. durch den Wechsel von einem einmaligen Kauf zu einem wiederkehrenden Umsatzmodell.

Letztendlich basiert eine erfolgreiche Neuausrichtung auf validiertem Wissen – objektiven Erkenntnissen, die aus realen Kundeninteraktionen und Datenanalysen gewonnen wurden. Das Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und die Chancen für den Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens zu maximieren, bevor die Ressourcen aufgebraucht sind.

Bedeutung und Auswirkungen für Gründer

Pivots können für ein Startup echt transformativ sein und einen Weg nach vorne bieten, wenn die ursprünglichen Ideen nicht die erwarteten Ergebnisse bringen. Für Gründer ist es genauso wichtig zu erkennen, wann ein Pivot nötig ist, wie an den ursprünglichen Konzepten weiterzuarbeiten. Zu den wichtigsten Gründen für einen Pivot bei Startups gehören:

  • Mangelnde Produkt-Markt-Passung oder unzureichendes Kundeninteresse.
  • Unvorhergesehene Konkurrenz oder Marktveränderungen.
  • Finde einen lukrativeren oder skalierbareren Anwendungsfall als die ursprüngliche Prämisse.
  • Beweise dafür, dass die anfänglichen Annahmen oder Hypothesen falsch waren.
  • Technologische Fortschritte, die die Möglichkeiten oder die Wirtschaftlichkeit verändern.

Allerdings sind Kurswechsel riskant – sie können Investoren signalisieren, dass es Probleme gibt oder die Lage unsicher ist, wenn sie zu oft oder ohne Plan gemacht werden. Deshalb brauchen Kurswechsel klare Gründe, gute Kommunikation und die Zustimmung aller Beteiligten.

Praktische Anwendung & Beispiele

  • Twitter: Das Unternehmen startete als Odeo, eine Podcasting-Plattform, und wechselte zu einem Microblogging-Dienst, nachdem Apple in den Podcasting-Markt eingestiegen war. Heute ist Twitter ein weltweit anerkanntes Social-Media-Unternehmen.
  • Slack: Ursprünglich als internes Kommunikationsmittel für ein gescheitertes Gaming-Projekt entwickelt, hat sich Slack zu einer eigenständigen Messaging-Plattform entwickelt, die heute von Millionen von Teams weltweit genutzt wird.
  • YouTube: Ursprünglich als Dating-Website mit von Nutzern hochgeladenen Videos gedacht, hat sich YouTube schnell zu einer allgemeinen Plattform für das Teilen von Videos entwickelt, nachdem die Nutzer begonnen hatten, alle Arten von Inhalten hochzuladen.

Diese Beispiele zeigen, wie Start-ups durch strategische Kurswechsel größere Chancen erkennen oder dringende Probleme lösen können.

Wichtige Überlegungen und bewährte Vorgehensweisen

  1. Datengestützte Entscheidungen: Nutze Analysen und direktes Kundenfeedback, um die Notwendigkeit einer Neuausrichtung zu begründen.
  2. Zustimmung der Beteiligten: Stell sicher, dass das Team, die Investoren und die wichtigsten Partner die Gründe und die Richtung verstehen und unterstützen.
  3. Verschwendung von Ressourcen minimieren: Wenn die Fakten dafür sprechen, solltest du frühzeitig umschwenken, anstatt an einem erfolglosen Modell festzuhalten.
  4. Bleib fokussiert: Sich neu auszurichten heißt nicht, jeder neuen Idee hinterherzulaufen – es braucht Disziplin, um die vielversprechendste Richtung auszuwählen und zu überprüfen.
  5. Iterativer Ansatz: Manchmal sind mehrere kleine Änderungen besser als eine große Überarbeitung; schau dir regelmäßig den Fortschritt an und teste deine Annahmen immer wieder.

Fazit

Ein Pivot ist eine strategische Neuausrichtung, die das Unternehmen flexibel und reaktionsfähig gegenüber Marktsignalen hält. Auch wenn er keinen Erfolg garantiert, ermöglicht der Pivot den Gründern, auf Erkenntnisse zu reagieren, aus Fehlern zu lernen und skalierbare Chancen zu verfolgen. Startups, die einen klugen und effektiven Pivot machen, sind oft diejenigen, die frühe Rückschläge am ehesten überwinden und dauerhaftes Wachstum erzielen.


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Häufig gestellte Fragen