Artem Zaitsev

Verbleibquote

5 Min.

Einführung und Kerndefinition

Die Kundenbindungsrate ist eine Kennzahl, die den Prozentsatz der Kunden, Nutzer oder Abonnenten misst, die über einen bestimmten Zeitraum hinweg weiterhin die Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens nutzen. Hohe Kundenbindungsraten zeigen eine hohe Kundenzufriedenheit, Loyalität und die langfristige Gesundheit eines Unternehmens an. Unternehmen verfolgen die Kundenbindung häufig über monatliche, vierteljährliche oder jährliche Zeiträume, je nach ihrem Geschäftsmodell. In den Bereichen SaaS, E-Commerce, Abonnementdienste und mobile Apps ist die Kundenbindung entscheidend für nachhaltiges Wachstum und spiegelt oft den Erfolg der Kundenerfahrung, der Produktqualität und der Initiativen zur Kundenbindung wider.

Tiefer in das Konzept eintauchen

Die Kundenbindungsrate kann auf verschiedenen Ebenen berechnet werden – auf Kundenebene (wie viele Kunden sind geblieben), auf Umsatzebene (wie viel Umsatz wurde mit denselben Kunden erzielt) oder auf Kohortenebene (wie bestimmte Gruppen im Laufe der Zeit abschneiden). Die gängigste Formel für die Kundenbindungsrate lautet: Verbleibquote = ((E - N) / S) × 100

  • E = Anzahl der Kunden am Ende des Zeitraums
  • N = Anzahl der während des Zeitraums gewonnenen Neukunden
  • S = Anzahl der Kunden zu Beginn des Zeitraums

Wenn zum Beispiel ein SaaS-Unternehmen mit 500 Kunden startet, 100 neue Kunden dazubekommt und am Ende des Zeitraums 520 Kunden hat, ist die Kundenbindungsrate ((520-100)/500)*100 = 84 %. Die Kundenbindung kann auch als „Tagesbindung“ (z. B. die Bindungsrate nach 30 Tagen für Apps) oder „monatliche Bindung“ für Abonnementdienste gemessen werden. Diese detaillierteren Ansätze helfen dabei, aufzudecken, wann und warum Kunden abwandern, sodass Unternehmen gezielt Maßnahmen ergreifen können.

Bedeutung und Auswirkungen für Gründer

Eine starke Kundenbindung ist ein Zeichen für ein gesundes Geschäftsmodell. Hohe Kundenbindungsraten bedeuten:

  • Geringere Kosten: Kunden zu halten ist günstiger als neue zu gewinnen.
  • Vorhersehbare Einnahmen: Zukünftige Cashflows sind weniger schwankungsanfällig und leichter zu prognostizieren.
  • Mehr Wachstum: Zufriedene, treue Kunden kaufen eher wieder bei dir und empfehlen dich weiter.
  • Produkt-Markt-Passung: Eine hohe Kundenbindung zeigt normalerweise, dass die Kundenbedürfnisse erfüllt werden.

Umgekehrt sind niedrige Kundenbindungsraten Warnsignale für mögliche Probleme – wie Unzufriedenheit mit dem Produkt, schlechte Einarbeitung, ineffektiver Kundensupport oder unzureichende kontinuierliche Kundenbindung. Gründer können Kundenbindungsmetriken nutzen, um die Customer Journey zu analysieren, Angebote zu optimieren und Investitionen in Verbesserungen zu rechtfertigen.

Praktische Anwendung & Beispiele

Stell dir eine mobile Fitness-App mit den folgenden Benutzerdaten vor:

  • Startet im Januar mit 10.000 Nutzern.
  • Im Januar wurden 4.000 neue Nutzer gewonnen.
  • Ende Januar mit 11.500 Nutzern.

Verbleibquote = ((11.500 – 4.000) / 10.000) × 100 = 75 % Das heißt, dass 75 % der ersten Nutzer der App im Januar aktiv geblieben sind. Das Unternehmen könnte die Kundenbindung am 7. oder 30. Tag genauer anschauen, um zu sehen, wo Leute abspringen, und dann Treueprogramme oder neue Funktionen einführen, um diese Probleme zu lösen. Die Messung der Kundenbindung nach Kohorten (in einem bestimmten Monat gewonnene Nutzer) hilft auch dabei, Trends zu erkennen – beispielsweise, ob aktuelle Produktänderungen die Kundenbindung verbessern oder beeinträchtigen.

Wichtige Überlegungen und bewährte Vorgehensweisen

  1. Definiere die Kundenbindung klar: Für manche Unternehmen ist es die Häufigkeit der Anmeldungen, für andere sind es Käufe oder Abonnements – sei konkret.
  2. Nach Kohorte segmentieren: Analysiere nach Akquisitionskanal, Region oder Kundentyp, um Muster zu erkennen.
  3. Erkenntnisse umsetzen: Nutze Analysen zur Kundenbindung, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und Initiativen zur Steigerung der Kundenbindung zu testen.
  4. Ständig im Auge behalten: Die Kundenbindung kann sich durch Produkt-Updates, Markttrends oder Wettbewerbsdruck ändern, also regelmäßig messen.
  5. Mit anderen Kennzahlen kombinieren: Die Kundenbindung sollte zusammen mit der Neukundengewinnung, der Kundenbindung und der Expansion verfolgt werden, um ganzheitliche Strategien zu entwickeln.

Fazit

Die Kundenbindungsrate ist ein wichtiger Indikator für den Wert eines Produkts und die Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Wenn du die Kundenbindung in den Vordergrund stellst, fördert das nicht nur das Wachstum durch mehr Umsatz, sondern auch durch bessere Kundenbeziehungen und mehr Mundpropaganda. Gründer und Betreiber, die sich voll auf die Kundenbindung konzentrieren, sind am besten in der Lage, langlebige, kundenorientierte Unternehmen aufzubauen.


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Häufig gestellte Fragen