Artem Zaitsev

Sorgfaltspflicht

5 Min.

Einführung und Kerndefinition

Due Diligence ist der Prozess der gründlichen Untersuchung und Bewertung eines Unternehmens, einer Investitionsmöglichkeit oder eines potenziellen Partners vor dem Abschluss einer Transaktion oder Vereinbarung. Im Zusammenhang mit Start-ups und Investitionen umfasst die Due Diligence eine systematische Prüfung der Finanzunterlagen, rechtlichen Angelegenheiten, des geistigen Eigentums, der Marktposition, des Managementteams und der betrieblichen Praktiken eines Unternehmens. Das Ziel ist es, alle wesentlichen Fakten zu überprüfen, potenzielle Risiken zu identifizieren und sicherzustellen, dass beide Parteien ein klares und genaues Verständnis des Unternehmens haben, bevor sie Ressourcen bereitstellen oder eine verbindliche Vereinbarung eingehen.

Tiefer in das Konzept eintauchen

Die Due Diligence ist ein wichtiger Schritt in verschiedenen Situationen, wie Fusionen und Übernahmen (M&A), Risikokapitalinvestitionen (VC), Joint Ventures und strategischen Partnerschaften. Der Prozess kann breit angelegt oder sehr gezielt sein, umfasst aber normalerweise mehrere wichtige Bereiche:

  • Finanzielle Sorgfaltspflicht: Analyse von Jahresabschlüssen, Cashflow, Verbindlichkeiten, Vermögenswerten, Einnahmequellen und Prognosen, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu bestätigen.
  • Rechtliche Sorgfaltspflicht: Überprüfung der Unternehmensstruktur, Verträge, Einhaltung von Vorschriften, anhängige oder vergangene Rechtsstreitigkeiten, Rechte an geistigem Eigentum, Arbeitsverträge und Eigentumsdokumente.
  • Kommerzielle Sorgfaltspflicht: Schau dir die Marktgröße, die Wettbewerbslandschaft, den Kundenstamm, die Vertriebspipeline und die Wachstumsaussichten an.
  • Operative Sorgfaltspflicht: Bewertung des Tagesgeschäfts, der Lieferketten, der Technologieplattform, der Managementprozesse und der Skalierbarkeit.
  • Technische Due Diligence: Bei Technologie-Startups gehört dazu, den Code, die Architektur, die Entwicklungsmethoden, die Infrastruktur und die Sicherheit des Produkts zu checken.

Der Umfang und die Tiefe der Due Diligence hängen von der Art der Transaktion, der Größe des Unternehmens und der Branche ab. Die Due Diligence kann Wochen oder Monate dauern und oft sind Teams aus Beratern, Anwälten, Wirtschaftsprüfern und Fachexperten daran beteiligt.

Bedeutung und Auswirkungen für Gründer

Die Due Diligence ist ein wichtiger Schritt bei großen Meilensteinen von Start-ups, wie zum Beispiel bei der Kapitalbeschaffung oder einer Übernahme. Für Gründer ist es wichtig, den Due-Diligence-Prozess erfolgreich zu meistern:

  • Erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen Deal abzuschließen.
  • Schafft Glaubwürdigkeit bei Investoren und Partnern.
  • Hebt die Stärken des Unternehmens hervor und klärt und mindert gleichzeitig Risiken.
  • Setzt Erwartungen an Transparenz und fördert gute Praktiken bei der Dokumentation.

Andererseits kann eine mangelnde Sorgfalt Investitionen verzögern oder zum Scheitern bringen, zu Neuverhandlungen der Bedingungen führen oder Probleme aufdecken, die zu Rechtsstreitigkeiten führen könnten. Gründer sollten mögliche Fragen vorhersehen und detaillierte, gut organisierte Unterlagen bereithalten – von Finanzberichten und Kapitaltabellen bis hin zu Kundenverträgen und Patentanmeldungen.

Praktische Anwendung & Beispiele

Stell dir ein Software-Startup vor, das eine Investition von einer Risikokapitalgesellschaft sucht. Die Risikokapitalgesellschaft erstellt in der Regel eine Due-Diligence-Checkliste, die Folgendes umfasst:

  • Unternehmensunterlagen: Satzung, Geschäftsordnung, Aktienemissionen
  • Finanzen: Geprüfte Abschlüsse, Steuererklärungen, Verbindlichkeiten/Forderungen
  • IP: Liste der Patente, Marken, Urheberrechtsregistrierungen, Lizenzen
  • Kunden- und Lieferantenverträge: Überprüfe die Zuverlässigkeit der Einnahmen und die Verpflichtungen.
  • Einhaltung gesetzlicher Vorschriften: Überprüfe, ob alle Lizenzen und Genehmigungen in Ordnung sind.

Die Gründer müssen genaue und vollständige Unterlagen vorlegen und Fragen zur Klärung beantworten – manchmal müssen sie dabei vertrauliche Informationen im Rahmen einer Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) offenlegen.

Wichtige Überlegungen und bewährte Vorgehensweisen

  1. Vorbereitung: Halte alle wichtigen Dokumente auf dem neuesten Stand und organisiere sie in einem sicheren Datenraum.
  2. Offenheit: Sei ehrlich, wenn es um Herausforderungen geht; Investoren rechnen mit Problemen, mögen aber keine Überraschungen.
  3. Pünktlichkeit: Reagier schnell und gründlich auf Due-Diligence-Anfragen, um den Schwung zu halten.
  4. Rechtliche Hinweise: Hol dir einen erfahrenen Anwalt, der dir bei der Überprüfung von Dokumenten, Verträgen und Compliance-Angelegenheiten hilft.
  5. Cybersicherheit: Stell sicher, dass digitale Assets sicher sind, da Datenverstöße, die während der Due Diligence entdeckt werden, zum Scheitern eines Geschäfts führen können.

Fazit

Die Due Diligence ist die Basis für Vertrauen zwischen Start-ups und Investoren oder Partnern. Wenn Gründer sich proaktiv auf eine gründliche Prüfung vorbereiten, ebnen sie nicht nur den Weg für die Finanzierung oder den Exit, sondern schaffen auch bessere interne Prozesse für langfristigen Erfolg. Eine sorgfältige Due Diligence hilft allen Beteiligten, fundierte und sichere Entscheidungen zu treffen, und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Geschäfte reibungslos und fair abgewickelt werden.


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Häufig gestellte Fragen