Artem Zaitsev

Unverfallbarkeit

5 Min.

Einführung und Kerndefinition

Vesting ist der Prozess, bei dem jemand das Recht bekommt, von seinem Arbeitgeber bereitgestellte Vermögenswerte oder Leistungen – meistens Unternehmensanteile (wie Aktienoptionen oder Aktien) – über einen festgelegten Zeitraum der Beschäftigung oder der fortgesetzten Verbindung mit einem Start-up oder Unternehmen zu erhalten. In Start-ups bekommen Mitbegründer, Mitarbeiter und Berater oft Aktienoptionen, gebundene Aktien oder andere Formen von Unternehmensanteilen, die erst nach einem festgelegten Vesting-Zeitplan vollständig in ihren Besitz übergehen oder ausgeübt werden können. Vesting ist ein wichtiges Mittel, um langfristiges Engagement zu fördern, Interessen in Einklang zu bringen und das Fluktuationsrisiko unter den Teammitgliedern zu verringern.

Tiefer in das Konzept eintauchen

Eine typische Vesting-Vereinbarung umfasst:

  • Vesting-Zeitplan: Der Zeitraum, in dem Aktien oder Optionen unverfallbar werden, der normalerweise 3 bis 5 Jahre dauert.
  • Cliff: Eine anfängliche Zeitspanne (oft 1 Jahr), in der keine Aktien zugeteilt werden. Wenn jemand vor Ablauf der Cliff-Periode geht, bekommt er nichts. Nach Ablauf der Cliff-Periode wird ein Pauschalbetrag zugeteilt, gefolgt von monatlichen oder vierteljährlichen Zuteilungen.
  • Beschleunigte Unverfallbarkeit: Unter bestimmten Bedingungen (z. B. bei einer Unternehmensübernahme oder einer Kündigung ohne Grund) kann die Unverfallbarkeit teilweise oder vollständig beschleunigt werden.

Ein typischer 4-Jahres-Sperrfristplan mit einer 1-jährigen Sperrfrist heißt zum Beispiel, dass nach einem Jahr Dienstzeit 25 % der Aktien auf einmal freigegeben werden und die restlichen 75 % dann monatlich über die nächsten drei Jahre freigegeben werden.

Bedeutung und Auswirkungen für Gründer

Die Ausübungsfrist ist für Gründer und Arbeitgeber wichtig, um:

  • Verhindere, dass Mitbegründer oder Mitarbeiter, die vielleicht vorzeitig aussteigen, sofort die volle Eigentümerschaft bekommen. So bleibt der Aktienpool für die Zukunft erhalten und du vermeidest Unmut bei den verbleibenden Mitbegründern oder Investoren.
  • Schaff Anreize für langfristiges Engagement und dauerhafte Leistung.
  • Schütze dich vor Streitigkeiten zwischen Mitbegründern, indem du sicherstellst, dass nur diejenigen, die im Laufe der Zeit einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmen leisten, proportional davon profitieren.
  • Erfüll die Anforderungen der Investoren; die meisten Risikokapitalgeber bestehen darauf, dass Gründer vor einer Investition branchenübliche Vesting-Richtlinien übernehmen.

Für Mitarbeiter ist die Unverfallbarkeit ein Weg zu einer bedeutenden Beteiligung am Unternehmen und zu möglichen finanziellen Vorteilen, wenn das Unternehmen erfolgreich ist oder verkauft wird.

Praktische Anwendung & Beispiele

Angenommen, ein Start-up gewährt seinem CTO 20.000 Aktienoptionen, die einer vierjährigen Sperrfrist mit einer einjährigen Wartezeit unterliegen. In den ersten 12 Monaten werden keine Optionen unverfallbar. Am ersten Jahrestag der Beschäftigung werden 5.000 Optionen (25 %) unverfallbar. Danach werden jedes Quartal 1.250 Optionen unverfallbar. Sollte die CTO nach 18 Monaten kündigen, hätte sie 7.500 Optionen unverfallbar gemacht und würde die restlichen 12.500 Optionen an den Optionspool des Unternehmens zurückgeben. Bei Übernahmen ist eine typische Klausel die „Single Trigger“- oder „Double Trigger“-Beschleunigung. Ein „Double Trigger“ bedeutet zum Beispiel, dass die Aktien voll ausgezahlt werden, wenn das Unternehmen übernommen wird und der Mitarbeiter kurz danach unfreiwillig gekündigt wird.

Wichtige Überlegungen und bewährte Vorgehensweisen

  1. Standardisierung: Nutzt eine klare, einheitliche Vesting-Richtlinie im ganzen Unternehmen, um interne Streitigkeiten zu vermeiden.
  2. Klare Dokumentation: Die Ausübungsbedingungen sollten in den Angebotsschreiben und Gründervereinbarungen klar beschrieben werden, um Missverständnisse zu vermeiden.
  3. Passende Zeitpläne verwenden: Vier Jahre mit einer einjährigen Karenzzeit sind der Marktstandard, aber je nach Position und Verhandlungen kann es Abweichungen geben.
  4. Sei vorsichtig mit beschleunigter Unverfallbarkeit: Auch wenn das bei Übernahmen cool klingt, können zu viele Beschleunigungsregeln Käufer abschrecken.
  5. Regelmäßige Überprüfungen: Aktualisiere und kommuniziere die Ausübungszeitpläne während Finanzierungsrunden oder organisatorischen Veränderungen.

Fazit

Die Ausübungsfrist ist ein wichtiger Teil der modernen Vergütung bei Start-ups und der Vereinbarungen über Gründeranteile. Sie ist sowohl ein Mittel, um Leute zu halten, als auch ein Instrument für Fairness, damit diejenigen Anteile bekommen, die das Unternehmen aktiv aufbauen und weiterentwickeln. Gründer und frühe Mitarbeiter sollten sich mit den Bedingungen der Ausübungsfrist auskennen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können, sowohl bei der Gründung eines neuen Unternehmens als auch bei der Annahme von Angeboten bestehender Start-ups.


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Häufig gestellte Fragen